Globale Märkte
Der US-Aktienmarkt unter der Amtszeit von Trump und Biden: Leistungsunterschiede und langfristige Anlagelogik
Auf der Grundlage der Marktdaten aus Trumps erster Amtszeit, Bidens Amtszeit und Trumps zweiter Amtszeit werden die Entwicklung der wichtigsten US-Aktienindizes, die Sektorrotation und die Logik der Kapitalflüsse analysiert, um institutionellen Anlegern eine Referenz für die langfristige Allokation zu bieten.
Der US-Aktienmarkt unter Trump und Biden: Performanceunterschiede und langfristige Anlagelogik
Einleitung: In verschiedenen Präsidentschaftsperioden ist die Entwicklung des US-Aktienmarktes für Marktteilnehmer oft ein wichtiges Beobachtungsfenster, um die Auswirkungen der Politik zu beurteilen. Während Trumps erster Amtszeit und Bidens Amtszeit erreichten der S&P 500, der Dow Jones Industrial Average und der NASDAQ Composite historische Höchststände, doch die Zuwächse und die Struktur unterschieden sich deutlich. Trumps erste Amtszeit profitierte von Steuerreformen, Deregulierung und der schnellen Erholung nach der Pandemie, während Bidens Amtszeit bei hoher Inflation, steigenden Zinsen und geopolitischen Schocks einen moderateren kumulierten Zuwachs erzielte. Inzwischen bringen die Zollpolitik von Trumps zweiter Amtszeit und die Konflikte im Nahen Osten neue Volatilitätsfaktoren mit sich. Dieser Artikel versucht, ausgehend von der Logik der Kapitalströme die Marktmerkmale der beiden Perioden zu vergleichen und deren Bedeutung für die langfristige Vermögensallokation zu erörtern.
Markthintergrund
Trumps erste Amtszeit (Januar 2017 bis Januar 2021) lag in der Endphase des US-amerikanischen Konjunkturzyklus; die Arbeitslosigkeit war niedrig, und das Inflations- und Zinsumfeld war relativ moderat. Die politische Grundausrichtung dieser Zeit war geprägt von Steuersenkungen und Deregulierung; die Gewinnerwartungen der Unternehmen wurden deutlich nach oben korrigiert, und das Marktvertrauen war stark. Obwohl die COVID-19-Pandemie 2020 zu einem abrupten wirtschaftlichen Stillstand führte, beruhigten die lockeren Maßnahmen der Federal Reserve den Markt schnell; die wichtigsten Indizes hatten sich vor dem Ende der Amtszeit bereits erholt und neue Höchststände erreicht.
Bidens Amtszeit (Januar 2021 bis Januar 2025) begann in der Wiederbelebungsphase nach der Pandemie; fiskalische Anreize und lockere Geldpolitik befeuerten die Konsum- und Investitionsnachfrage. Das damit einhergehende Problem waren jedoch Übernachfrage und Lieferkettenengpässe, was zu einem anhaltenden Anstieg der Inflation führte. Um die Inflation zu bekämpfen, musste die Federal Reserve aggressive Zinserhöhungen vornehmen; der Anstieg der Zinsen setzte die Aktienbewertungen unter Druck. Gleichzeitig verstärkten geopolitische Konflikte und Unsicherheiten bei der Energieversorgung die makroökonomische Volatilität und machten das Marktumfeld komplexer.
Mit Trumps zweiter Amtszeit (Januar 2025 bis heute) rücken politische Unsicherheit und geopolitische Risiken erneut in den Mittelpunkt. Die Regierung verfolgt eine breit angelegte Zollpolitik mit wechselndem Kurs; nach Bekanntgabe umfassender Zölle auf importierte Waren fielen die wichtigsten Aktienindizes sofort deutlich, wodurch die einheitliche Markterwartung an die Wirtschaftspolitik geschwächt wurde. Anfang 2026 eskalierte der Konflikt zwischen den USA und dem Iran; die internationalen Ölpreise stiegen deutlich an und störten die Inflationserwartungen zusätzlich. Bis Ende Juni 2026 rechnen die meisten Ökonomen damit, dass die Federal Reserve die Zinsen bis zum Jahresende unverändert lässt, was zeigt, dass der Markt auf klarere politische Signale wartet.
Aktuelle Kapitalströme
Beim Vergleich der Entwicklung der wichtigsten Indizes zwischen Trumps erster Amtszeit und Bidens Amtszeit sind die phasenbezogenen Unterschiede bei den Kapitalströmen sehr deutlich.Während Trumps erster Amtszeit stieg der S&P 500 von etwa 2.271 Punkten auf 3.798 Punkte, ein kumulierter Anstieg von rund 67 %. Der Dow Jones Industrial Average stieg von etwa 19.827 Punkten auf 31.188 Punkte, ein Plus von rund 57 %. Der Nasdaq Composite kletterte sogar von etwa 5.555 Punkten auf 13.197 Punkte, ein Anstieg von über 100 %; Technologieaktien waren die absolute Kernantriebskraft. Das Niedrigzinsumfeld in Kombination mit der Unternehmenssteuerreform erhöhte den Barwert der künftigen Cashflows von Wachstumsunternehmen, und es strömte massiv Kapital in zyklische Sektoren wie Technologie, Finanzen und Industrie.
Während Bidens Amtszeit legte der S&P 500 insgesamt um etwa 56 % zu. Obwohl dies weniger war als in Trumps erster Amtszeit, erreichte er dennoch neue Höchststände gegen den Gegenwind von Inflation und Zinserhöhungen. Der Dow Jones stieg von etwa 31.188 Punkten auf 43.488 Punkte, ein Plus von etwa 39,5 %; der Nasdaq stieg von etwa 13.197 Punkten auf 19.630 Punkte, ein Plus von etwa 48,7 %. Die Verlangsamung des Anstiegs spiegelt den Druck wider, den die steigenden Zinsen auf die Bewertungen ausübten, und gleichzeitig verlagerte sich das Kapital allmählich von riskanten Wachstumssektoren hin zu defensiven Bereichen wie Gesundheitswesen, Versorgern und Basiskonsumgütern. Dieser Rotationstrend war besonders in der Phase der aggressivsten Zinserhöhungen der Fed ausgeprägt und zeigt, wie wichtig institutionellen Anlegern die Robustheit ihrer Portfolios ist.
In Trumps zweiter Amtszeit ist der S&P 500 seit seiner erneuten Amtsübernahme am 22. Januar 2025 um etwa 21,63 % gestiegen, der Dow Jones um etwa 17,93 %; der Gesamtmarkt befindet sich weiterhin im Aufwärtstrend. Allerdings ist die Volatilität deutlich gestiegen, insbesondere der Konflikt mit dem Iran führte zu zeitweiligen scharfen Rückgängen. Der S&P 500 stand am Tag vor Kriegsbeginn bei 6.878,88 Punkten, fiel bis zum 30. März auf 6.343,72 Punkte, ein Rückgang von etwa 7,8 %; danach erholte sich der Markt jedoch und kehrte am 1. Mai auf 7.230,12 Punkte zurück. Bei den Kapitalströmen wurde der Energiesektor aufgrund steigender Ölpreise mit zusätzlichen Mitteln bedacht, während Branchen mit hohem Kostendruck wie Transport und Konsumgüter abgebaut wurden. Dies deutet darauf hin, dass die aktuellen Kapitalflüsse eher eine Reaktion auf geopolitische Angebotsschocks sind als eine Allokation auf der Grundlage des traditionellen Konjunkturzyklus.
Analyse der Anlagelogik
Warum ändern sich die Kapitalströme mit den verschiedenen Amtszeiten der Präsidenten? Oberflächlich betrachtet liegt es an politischen Unterschieden, im Kern jedoch an einer Neuausrichtung der Markterwartungen hinsichtlich Wirtschaftswachstum, Inflation und Zinspfad.
Erstens, das Zusammenspiel von politischen Dividenden und Gewinnerwartungen. Die Steuersenkungspolitik in Trumps erster Amtszeit erhöhte die Nachsteuergewinne der Unternehmen direkt, weshalb der Markt den Aktien höhere Bewertungen zusprach. Die Investitionsprogramme für Infrastruktur und saubere Energie unter Biden beflügelten zwar in der Anfangsphase einige zyklische Branchen, doch die späteren Steuererhöhungserwartungen und die verschärfte Regulierung erhöhten die Unsicherheit über künftige Unternehmensgewinne. Institutionelle Anleger verlangten daher für langlaufende Anlagen eine höhere Risikoprämie, was dazu führte, dass Kapital von überbewerteten Wachstumsaktien in defensive Sektoren mit höherer Gewinnsicherheit umschichtete.Zweitens bestimmt der Zinszyklus die Bewertungsstruktur. In Zeiten niedriger Zinsen ist der risikofreie Zinssatz niedrig, und das Bewertungsniveau von Aktien steigt systematisch. Die Durationseigenschaften von Technologie- und Wachstumswerten machen sie besonders empfindlich gegenüber Zinsänderungen. Als die Biden-Ära in einen Zinserhöhungszyklus überging, stieg der risikofreie Zinssatz rasch an, die Aktienbewertungen wurden unter Druck gesetzt, insbesondere bei Wachstumswerten mit langer Duration nahm die Volatilität deutlich zu. Daher sehen wir, dass der Nasdaq zwar weiterhin stieg, aber der Anstieg geringer ausfiel als in Trumps erster Amtszeit, und in zinsensiblen Phasen deutliche Rückschläge zu verzeichnen waren.
Drittens hat das geopolitische Risiko die Dimensionen der Risikobewertung verändert. Der in Trumps zweiter Amtszeit ausgebrochene Iran-Krieg hat den Faktor „Angebotsschock“ hervorgehoben, der in traditionellen Kapitalflussmodellen nur wenig berücksichtigt wird. Steigende Ölpreise erhöhen nicht nur die Kosten für Unternehmen, sondern schränken über die Inflationsübertragung auch den Spielraum der Geldpolitik der Zentralbanken ein. Ökonomen von Goldman Sachs und des IWF haben bereits gewarnt, dass die Inflation erneut anziehen und das Wachstum belasten würde, falls die Energieflüsse im Nahen Osten weiterhin unterbrochen werden. Dieses Risiko wird in der langfristigen Vermögensallokation immer wichtiger, da es schwer ist, es durch Diversifikation von Aktienpositionen vollständig abzusichern; man muss auf alternative Anlagen wie Rohstoffe und Energieinfrastruktur zurückgreifen oder es durch regionale Allokation abmildern.
Viertens setzen sich strukturelle Trends inmitten von Schwankungen fort. Obwohl sich die Politikzyklen ständig ändern, sind langfristige Investitionsthemen wie digitale Wirtschaft, künstliche Intelligenz und Energiewende durch den Präsidentenwechsel nicht verschwunden. Der Technologiesektor hat auch während der Biden-Ära weiterhin die Indexgewinne angeführt, nur haben sich Umfang und Konzentration verändert. Das bedeutet, dass Anleger bei der Bewältigung kurzfristiger politischer Schwankungen jene langfristigen Trends nicht ignorieren sollten, die von tiefgreifenden Faktoren wie technologischem Wandel und demografischer Entwicklung getrieben werden.
Risikofaktoren
Die Risiken, denen der Markt derzeit ausgesetzt ist, lassen sich in vier Kategorien zusammenfassen.
Makrorisiko: Ob die Inflation in den Zielkorridor zurückkehren kann, bleibt unsicher. Obwohl der Markt allgemein erwartet, dass die Federal Reserve in der verbleibenden Zeit des Jahres 2026 untätig bleibt, könnte sich der Zinspfad ändern, sobald die Inflationserwartungen neu verankert werden, was eine Neubewertung der Vermögenspreise auslösen würde.
Politikrisiko: Die Zoll- und Handelspolitik in Trumps zweiter Amtszeit ist unbeständig, sodass Unternehmen Schwierigkeiten haben, langfristige Investitionspläne zu erstellen. Die anhaltende Unberechenbarkeit der Politik könnte die Kapitalausgaben US-amerikanischer Unternehmen schwächen und dazu führen, dass internationales Kapital das Gewicht US-amerikanischer Anlagen in der Allokation reduziert.
Geopolitisches Risiko: Das potenzielle Vorgehen des Iran in der Straße von Hormus bleibt das „Damoklesschwert“ für die Energiemärkte. Obwohl die Ölpreise inzwischen wieder nahe dem Vorkriegsniveau liegen, könnte jede erneute Eskalation des Konflikts die Ölpreise erneut in die Höhe treiben und kurzfristig heftige Marktschwankungen verursachen.
Bewertungsrisiko: Nach mehrjährigen Anstiegen befinden sich die wichtigsten Indizes auf einem historisch hohen Bewertungsniveau. Diese hohen Bewertungen, gepaart mit den Erwartungen eines nachlassenden Gewinnwachstums, erhöhen die Empfindlichkeit des Marktes gegenüber negativen Nachrichten. Mit Blick auf historische Zyklen wird der Druck einer Bewertungskorrektur häufig dann gebündelt freigesetzt, wenn eine politische Kehrtwende oder eine Zunahme der Rezessionserwartungen eintritt.
Langfristige AussichtenAus einer längeren Zeitperspektive betrachtet sollte die Marktentwicklung während einer Präsidentschaft nicht die alleinige Grundlage für die langfristige Vermögensallokation sein. Die langfristige Richtung der Kapitalmärkte hängt weiterhin hauptsächlich von Produktivitätssteigerungen, demografischen Veränderungen und dem Prozess der Globalisierung ab. Für die nächsten 3 bis 10 Jahre gehören zu den wichtigsten strukturellen Trends: die Umgestaltung von Unternehmensabläufen und Geschäftsmodellen durch künstliche Intelligenz, Investitionen in die Strominfrastruktur und neue Energien im Zuge der Energiewende sowie Veränderungen regionaler Kapitalströme im Kontext der Neuordnung globaler Lieferketten.
Für institutionelle Anleger erfordert eine zyklusübergreifende Allokation eine stärkere Betonung der Flexibilität und Diversität des Portfolios. Der Vergleich zwischen den Amtszeiten Trumps und Bidens zeigt, dass kein einzelner Stil oder Sektor dauerhaft gewinnen kann. Daher ist es eine erwägenswerte strategische Ausrichtung, ein Gleichgewicht zwischen Wachstum und Value sowie zwischen zyklischen und defensiven Werten zu halten und gleichzeitig in moderatem Umfang in alternative Anlagen wie Private Equity, Infrastruktur und Rohstoffe zu investieren, um geopolitische und Inflationsrisiken zu diversifizieren.
Letztlich müssen Anleger erkennen, dass sich die Kapitalmärkte stets im Zusammenspiel von Politikzyklen, Inflationszyklen und Technologiezyklen entwickeln. Das Verständnis der Logik hinter den Kapitalströmen in jeder Phase hilft eher, rationale langfristige Anlageentscheidungen zu treffen, als ein einfacher Vergleich der Renditen innerhalb einer bestimmten Amtszeit.
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